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Der aller-aller-allerletzte Vorhang

Er ist gefallen – der letzte rote Theatervorhang für Manfred Thiele als Verantwortlicher für die jährlichen Produktionen der Speeldeel. Die plattdeutsche Laienspielgruppe des Heimatvereins wird ab sofort ohne ihren langjährigen Regisseur auskommen müssen und jetzt erst einmal durchschnaufen. Denn die Saison hatte es in sich und aus gegebenem Anlass ein fulminantes Ende, das noch nachwirkt.

Den Abschied ihres Regisseurs zelebrierte die Theatergruppe ausgiebig. In Hamburg sagt man Tschüss – mit dem bekannten Gassenhauer von Heidi Kabel ging jede der Vorstellungen zu Ende: Am Premierenabend noch als Überraschung für Manfred Thiele, bei den weiteren sechs Vorstellungen dann immerhin noch als solche für die Gäste, die jeweils begeistert mitsangen. Die Erleichterung nach der gelungenen ersten Vorstellung war allen Beteiligten anzumerken. Denn ein gewisser Erfolgsdruck war im Vorfeld deutlich spürbar, und dieser war während der Proben auch für den einen oder anderen Gefühlsausbruch verantwortlich. „De Schelm vun Möölbrook“ sollte es werden, das Stück, mit dem Manfred Thiele 1969 seinen Einstand als Speeldeel-Schauspieler feierte und mit dem 1989 die Theatergruppe nach mehrjähriger Pause unter seiner Regie wieder reaktiviert wurde. Da durfte also nix schiefgehen.
Ging ja auch alles gut. Die Speeldeelers präsentierten sich in Bestform und mit dem nötigen Augenzwinkern für sich und ihr kreatives Schaffen. Die Geschichte vom arbeitsscheuen, knurrigen Mühlenbetreiber Stoffer Gröön (Norbert Bendfeldt), der seine resolute Schwester Katrin (Barbara Hamann) mit seinen nächtlichen Lustreisen in die Stadt zur Verzweiflung bringt, bot den passenden Plot, um sich auf der Bühne auszuleben. Gleich in der ersten Szene durfte die leicht tölpelige, aber unendlich sympathische Magd Lena (Jule Czupras) das Herz der Zuschauer erobern. Wer sie erlebt hat, wird das Lied „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ für immer mit anderen Ohren hören. Teilen muss sie sich den Sympathie-Thron allerdings mit den charmanten Herzensbrechern Wilhelm (Sven Peters) und Hans (Sven Mamero), die als arme, aber fröhliche Landstreicher im Mühlenbetrieb anheuern und das Leben aller dort auf den Kopf stellen.
Vorneweg das der reizenden Müllerstocher Marlen (Birgit Vollstädt), die am Ende mit Hans ihren Traummann bekommt. Aber auch Lena geht nicht leer aus und darf ab jetzt ihrem Wilhelm den rechten Fingerzeig durchs Leben zeigen. Für Lacher sorgte auch immer wieder der stotternde Dorfschuster Jakob Munzel (Frank Gajek), vor dessen Haus das Verwirrspiel um nächtlichen Einbruch und die Dame A. überhaupt erst seinen Anfang nimmt. Nur gut, dass der Gendarm (Frank Bode alias Bodo Franke) immer zur rechten Zeit erst den Falschen und dann den Richtigen als Täter entlarvt. Viehhändler Jan Sibbert (Jürgen Lück) kommt buchstäblich mit einem blauen Auge davon, aber wir wären nicht beim plattdeutschen Theater, wenn nicht am Ende alles gut wäre.
Den emotionalen Höhepunkt erreichte die Abschiedssaison bei einer aller-allerletzten Sondervorstellung vor rund 70 geladenen Gästen, die sich das Stück gemütlich bei Kaffee und Kuchen ansehen durften. Als Überraschungsgäste schauten sogar die beiden Hamburger Originale Hummel und Zitronenjette vorbei. Einige Reden mit lobenden Worten für das umfassende, ehrenamtliche Engagement wurden vorab gehalten. Und Manfred Thiele ließ es sich dann auch nicht nehmen, selbst einige beständige BegleiterInnen mit blumigen Worten zu ehren: Irmtraut „Irmchen“ Lemm, Elfriede Weinberg und Reiner Kießhauer bekamen als Dankeschön für ihr jahrelanges Engagement einen Blumenstrauß. Doch dann ging es endlich los: Ein letztes Mal – das letzte Stück.
Damit Manfred Thiele nicht zum Ende der Aufführung zu seinen traditionellen Schlussworten auf die Bühne klettern konnte, wurde er kurzerhand mit den Handschellen des Gendarms an seinen Stuhl gefesselt. Denn die Schauspieler hatten sich eine besondere Abschiedsüberraschung ausgedacht. Mit der Schlussszene wechselte der schmucke Wilhelm Sven Peters kurzerhand in die Rolle des Regisseurs und auf der Bühne wurde das Chaos typischer Probensituationen nachgestellt, wie sie sich über die Jahre allesamt einmal zugetragen hatten: Ein heiteres, heilloses Durcheinander – sehr zum Vergnügen der Zuschauer. Dabei gaben sich auch ehemalige Weggefährtinnen wie Manuela Kießhauer und Petra Gangel ein Stelldichein, man trank ein Schlückchen Sekt, die Bühnenbauer René Lüben und Heiko Gloe fingen bei laufendem Betrieb schon mal mit den Abrissplanungen an, Peggy Meinecke schminke und frisierte endlich mal auf der Bühne und Requisiteurin Margit Lüben war der Verzweiflung nah. Das Schlusswort gebührte Souffleuse Sabine Bergner, die letztlich dem Wahnsinn nah aus ihrem Kasten vor der Bühne stürmte und rief: „Lasst mich doch in Ruhe. Welches Stück spielt ihr denn da überhaupt?“
Und nachdem die Original Hamburger Pankokenkapelle den geladenen Gästen den Marsch geblasen hatte, ging der Abend zum kulinarischen Teil über und endete erst, als alle Gläser leer und alle Abschiedstränen getrocknet waren.
Damit ist er nun gefallen: der aller-aller-allerletzte Vorhang für Manfred Thiele. Er wird der Theatergruppe als wohlwollender Berater weiter zur Seite stehen. Aber der vielen Arbeit, den zahlreichen Proben, Planungen und Mühen, die mit den jährlichen Produktionen verbunden sind, hat er Tschüss gesagt. Seine Speeldeel und all ihre HelferInnen vor und hinter der Bühne sagen Danke und verabschieden ihn mit einem langanhaltenden Applaus.

Canastaspieler gesucht

Immer am ersten Montag im Monat lädt der Heimatverein ab 19 Uhr die Kartenspieler/innen in Klein Borstel zum gemeinsamen Reizen und Zocken. Dann wird im Familienzimmer vom Gemeindehaus ein ordentlicher Skat gekloppt – und eigentlich kann auch Canasta gespielt werden. Die Betonung liegt allerdings auf „eigentlich“, denn seit einiger Zeit fehlen hierfür genügend Mitspieler/innen. Vielleicht findet sich ja der eine oder die andere, um die entstandenen Spielerlücken zu fühlen. Interessenten können sich für weitere Infos gerne bei Arnold Meinecke unter Tel. 5935 37 88 melden.

Kirschblütenfest

Es gibt nicht mehr viele freie Plätze, aber einige sind noch da: Mit dem Heimatverein Klein Borstel haben in diesem Jahr alle Interessierten die Möglichkeit, das berühmte japanische Kirschblütenfest am Freitag, dem 31. Mai hautnah, mit maritimem Flair und komfortabel zu erleben. Los geht es gemeinsam mit einem Bus um 18.45 Uhr an der Ladenzeile Stübeheide. Am Jungfernstieg heißt es dann aus- und umsteigen auf die „Alstersonne“, die um 20 Uhr ablegt. Auf dem Schiff gibt es Essen und Trinken frei Haus: Kartoffel- und Gulaschsuppe mit Brot sowie Getränke wie Bier, Wein und Softdrinks. Nach einer rund zweistündigen Alsterrundfahrt wird Halt gemacht, damit alle ab 22.15 Uhr das Feuerwerk vor der japanischen Botschaft genießen können. Danach erfolgt die Rückfahrt mit dem Schiff bis zur Ohlsdorfer Schleuse, von wo aus alle TeilnehmerInnen die Heimfahrt mit der S-Bahn von Ohlsdorf antreten können. Der Preis für dieses besondere Vergnügen beträgt 55,- Euro pro Person. Anmeldung ab sofort bei Kay Meinecke, Tel. 0179 – 9062750 oder per Mail an kay@meinfriseur.de.

Klavierabend

Am Sonntag, dem 26. Mai um 19 Uhr spielt Elena Järisch in der Kirche Maria Magdalenen Werke von Bach bis Debussy. Elena Järisch hat in St. Petersburg Musik studiert und war dort als Pianistin an der Vaganova-Ballett-Akademie tätig. Nun wohnt sie schon seit vielen Jahren in Klein Borstel und möchte den Flügel in der Kirche mit ihrer Kunst zum Klingen bringen. Das Programm mit sehr unterschiedlichen Werken aus mehreren Epochen verspricht ein abwechslungsreiches Hörerlebnis. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Karl May Spiele

„Unter Geiern“ heißt es in diesem Jahr in Bad Segeberg. Es gibt noch einige Restkarten für den 31. August. Einfach Manfred Thiele anrufen unter Tel. 040 – 536 51 04 (und ggf. auf den AB sprechen).

Plakatwand in Klein Borstel

Die Stellwand vom Heimatverein Klein Borstel steht im Dorfkern – direkt vor Mein Friseur Meinecke an der Stübeheide. Hier lassen sich Veranstaltungen und andere nicht-gewerbliche Informationen veröffentlichen. Allerdings soll hier nicht wahllos angeklebt werden. Wer Interesse hat, den Platz für eine Ankündigung zu nutzen, kann sich wenden an: Jürgen Bergner, Tel.0170 – 930 93 71