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Gemeinsam heterogen

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen – so sagt ein afrikanisches Sprichwort. Aber manchmal braucht es auch ein ganzes Dorf, um einen Bebauungsplan im Sinne einer guten Zukunft zu entwickeln.

Aktuell befindet sich auf dem südlichen Gelände des ehemaligen Anzuchtgartens die Wohnunterkunft „Große Horst“ für rund 450 Geflüchtete. Ab März 2022 soll hier, so will es der ausgehandelte Bürgervertrag für Klein Borstel, ein neues Wohnquartier entstehen – eine städtebauliche Entwicklung, für die das Bebauungsplanverfahren Ohlsdorf 30 die planerischen Voraussetzungen schafft. Das Bezirksamt Nord ging dabei neue Wege: Noch vor Beginn irgendwelcher Planungen wurden Meinungen und Ideen der Menschen vor Ort in das Verfahren einbezogen. Von Sommer 2017 bis Februar 2018 wurde dann ein kooperatives Werkstattverfahren durchgeführt. Darüber hinaus konnten sich alle Interessierten auch während des gesamten Verfahrens über die Internetseite des Bezirks informieren und ihre Meinung einbringen. Einstimmiger Gewinner im Juryentscheid war am Ende der Entwurf der Architekten Renner Hainke Wirth Zirn aus Hamburg. Entstehen soll das neue Wohnquartier im so genannten Drittelmix – auch das steht im Bürgervertrag – sodass neben Häusern und/oder Eigentumswohnungen sowie frei finanzierten Wohnungen zur Miete auch mindestens 30 Prozent öffentlich geförderte Mietwohnungen entstehen. Der Siegerentwurf, den der Klein Borsteler in seiner Aprilausgabe vorstellte, sah wie folgt aus: rund 100 neue Wohneinheiten, verteilt auf 30 sogenannte Stadthäuser und 13 Hofhäuser sowie 33 Geschosswohnungen mit 2 bis 3 Zimmern und 25 kleinere Wohnungen für Senioren. Zusätzlich ein multifunktionales Gebäude, nutzbar beispielsweise als Work Space.

Am 22. November fand nun eine öffentliche Plandiskussion im Gemeindehaus statt, zu der rund 200 Interessierte aus dem Stadtteil sowie zum Zuhören die zuständigen Politiker aller Parteien aus dem Stadtentwicklungsausschuss des Bezirks kamen. „Urban Village“ – das Kind hatte inzwischen einen Namen – wurde vorgestellt. Ins Auge fielen besonders zwei Veränderungen zum ursprünglich gewählten Entwurf: Zum einen sieht der B-Plan statt rund 100 Wohneinheiten nur noch 83 vor – verteilt auf: 41 Stadt- und Reihenhäuser, 3 Geschossbauten mit insgesamt 9 Mietwohnungen, 2 Geschossbauten mit 16 geförderten Mietwohnungen und 17 Wohnungen für Senioren. Und neu in der Planung: eine Kita mit rund 90 Plätzen. Die zuständige Behörde der Stadt (BASFI) hatte sich inzwischen eingeschaltet und entsprechenden Betreuungsbedarf für die Kinder im Bezirk angemeldet – ein durchaus üblicher Vorgang beim Entstehen eines Neubaugebietes, wie Volker Stade von der BASFI ein paar Tage später im Quartiersbeirat erläuterte.

Bei der öffentlichen Plandiskussion mussten sich die zuständigen Stadtplaner die Frage gefallen lassen, warum der nötige Platz für die Kita fast ausschließlich bei den Mietwohnungen und dem geförderten Wohnraum weggenommen wurde. „Es müssen hier mehr Mietwohnungen entstehen. Die Versäumnisse der Vergangenheit dürfen nicht wiederholt werden,“ so einer der Anwesenden. Auch auf die Forderung im Bürgervertrag, einigen aktuellen Bewohnern der Folgeunterkunft eine bezahlbare Wohnperspektive zu bieten, wurde hingewiesen. Sorgen wegen eines fehlenden Verkehrskonzeptes und die Forderung nach einem zweiten S-Bahn-Ausgang kamen zu Gehör. Dazu passend wurde der Wunsch nach der Möglichkeit für ein weiteres autofreies Wohnprojekt geäußert. Die Notwendigkeit einer weiteren Kita wurde hinterfragt. Und es wurde angemerkt, dass der Drittelmix in diesem Entwurf nicht eingehalten sei.

Hans-Peter Boltres, der Leiter des Fachamts Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirk, machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass in Hamburg bei Neubaugebieten in der Regel bis zu 60 Prozent der Bebauung geförderter Wohnraum wären. Städtebaulich betrachtet ist die Planung für Klein Borstel also eher an der unteren Kante dessen, was möglich wäre, zu betrachten.

Die anwesenden Politiker nahmen ihre Eindrücke aus der öffentlichen Anhörung mit in ihre Beratungen und luden am 6. Dezember zu ihrer Ausschuss-Sitzung ein. Bei dieser wurde ein gemeinsamer Prüfantrag der Fraktionen von SPD, Grünen und Linken beantragt und beschlossen. Gegenstimmen kamen von CDU und FDP. Der Prüfantrag soll herausfinden, welche Auswirkungen zu erwarten seien: 1. Wenn im Baufeld auf der westlichen Seite statt der bisher angedachten Einfamilienhäuser Geschosswohnungsbau vorgesehen würde – alternativ mit und ohne eine Aufstockung um ein Vollgeschoss? 2. Wenn die beiden Punktgebäude im westlichen und mittleren Baufeld, für die in der Anlage bislang Geschosswohnungsbau vorgesehen ist, um ein Vollgeschoss aufgestockt würden? 3. Wenn im mittleren Baufeld auf der östlichen Seite statt der bisher angedachten Einfamilienhäuser Geschosswohnungsbau vorgesehen würde – alternativ mit und ohne eine Aufstockung um ein Vollgeschoss?

Auch wenn Ausschuss-Sitzungen in der Regel keine weiteren öffentlichen Anhörungen vorsehen, bekamen die anwesenden Vertreter des Vereins „Lebenswertes Klein Borstel“ die Möglichkeit, ihren Unmut und ihr Unverständnis über diesen Antrag zu äußern. Sie kritisieren die mögliche Erhöhung der Geschossigkeit an verschiedenen Stellen des Plangebietes, eine Erhöhung des Anteils am geförderten Wohnraums sowie die in ihren Augen zu hohe Zahl an Wohneinheiten im Entwurf generell, wie auch auf der Webseite des Vereins nachzulesen ist. In der Sitzung warfen sie dem Bezirk einen Wortbruch vor, da

Die Planung für Klein Borstels neues „Urban Village“geht also in die nächste Runde. Weitere hitzige Diskussionen nicht ausgeschlossen. Wünschenswert wäre, wenn – trotz aller Heterogenität der Vorstellungen, Wünsche und Forderungen – am Ende im Sinne der Gemeinschaft ein Kompromiss stünde, mit dem alle Menschen im Stadtteil gut leben können.

 

 

 

Neujahrsempfang

Am Sonntag, dem 13. Januar um etwa 19 Uhr nach dem Abendgottesdienst lädt der Kirchengemeinderat herzlich ein, auf das neue Jahr 2019 anzustoßen und gemeinsam in dieses neue Jahr zu starten. Zurück aus Brasilien aus seinem Sabbatical ist auch Pastor Melsbach wieder dabei. Neben dem allgemeinen Austausch möchte der Kirchengemeinderat Ihnen einen ersten Überblick geben über die anstehenden Aufgaben in unserer Gemeinde und wie sich die Gemeinde entwickelt. Abgerundet wird der Abend durch Speis und Trank sowie die musikalische Begleitung von Klarinettist Christian Seibold und Kollegen.

Theaterkonsum

Am Samstag, dem 19. Januar um 19.30 findet die letzte Vorstellung von „Shoppen 5.0“ im Gemeindehaus Klein Borstel statt. Was da 90 Minuten lang über die Bühne geht, ist schon ein starkes Stück: Mit viel Wortwitz und Körpereinsatz führen acht Schauspieler vor, wie die Zukunft der Konsumtempel, sprich Einkaufszentren, im Zeitalter der Digitalisierung aussehen könnte. Ob sie Miederwaren, Wolle oder Super-Food und Tattoos verkaufen, sie alle kämpfen gegen den Niedergang der Shopping-Center. Auch dem Manager fehlen die zündenden Ideen, und so nimmt das Verhängnis in Person eines experimentierfreudigen Neurologen seinen Lauf. Dabei werden allerlei aktuelle Konsum-Trends auf die Schippe genommen, und mit Ironie und satirischer Überspitzung eine überraschende Lösung präsentiert: Den neuen, total-manipulierbaren Kunden.
In der Tat überrascht das Spiel dieser Laien-Schar, deren Mitglieder im wirklichen Leben nichts mit Schauspielerei zu tun haben. „Das ist das Verdienst unseres Regisseurs Martin Meincke“, ergänzt der als Center-Manager agierende Jürgen Zander. Das sehen seine Mit-Mimen genauso. Und wollen sie auch mit neuen Projekten dem Gemeindesaal und Klein Borstel treu bleiben. Das hat zum einen ganz praktische Gründe, wohnt doch die Mehrzahl der Beteiligten hier. Zum anderen ist die Albert-Schweitzer-Schule die Keimzelle der Gruppe. Die Idee mit der Schauspielerei entstand, als sich die Akteure vor mehr als zehn Jahren mit einem selbstgebastelten Stück bei ihren Kindern bedanken wollten. Der Funke sprang über, alle hatten Spaß und blieben dabei. Sogar die Verwendung von hand-made Texten ist zur Tradition geworden. Lediglich die Suche nach einem Namen war bisher erfolglos. Wann die Gruppe mit einem neuen Stück in die Öffentlichkeit gehen wird, ist noch nicht klar. Aber weitergehen soll es, da sind sich alle Beteiligten einig. „Die Reaktionen war so positiv“, sagt der als Facility-Manager glänzende Axel Niebuhr, „und Spaß macht es uns schließlich auch.“ Da darf man gespannt sein auf die zukünftigen Auftritte. Der Eintritt ist frei, eine kleine Spende wird aber gerne genommen. Getränke und Brezeln sind für keines Geld vor Ort zu kaufen.

Canastaspieler gesucht

Immer am ersten Montag im Monat lädt der Heimatverein ab 19 Uhr die Kartenspieler/innen in Klein Borstel zum gemeinsamen Reizen und Zocken. Dann wird im Familienzimmer vom Gemeindehaus ein ordentlicher Skat gekloppt – und eigentlich kann auch Canasta gespielt werden. Die Betonung liegt allerdings auf „eigentlich“, denn seit einiger Zeit fehlen hierfür genügend Mitspieler/innen. Vielleicht findet sich ja der eine oder die andere, um die entstandenen Spielerlücken zu fühlen. Interessenten können sich für weitere Infos gerne bei Arnold Meinecke unter Tel. 5935 37 88 melden.

Plakatwand in Klein Borstel

Die Stellwand vom Heimatverein Klein Borstel steht im Dorfkern – direkt vor Mein Friseur Meinecke an der Stübeheide. Hier lassen sich Veranstaltungen und andere nicht-gewerbliche Informationen veröffentlichen. Allerdings soll hier nicht wahllos angeklebt werden. Wer Interesse hat, den Platz für eine Ankündigung zu nutzen, kann sich wenden an: Jürgen Bergner, Tel.0170 – 930 93 71