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Tranig im Abgang

Ende März startet die Theaterzeit im Klein Borsteler Gemeindehaus. Dann zeigt die Speeldeel ihr aktuelles Stück: „De Schelm vun Möhlbrook“. Es ist die Abschiedsvorstellung von Regisseur Manfred Thiele. Auch deswegen freut sich die plattdeutsche Theatergruppe des Heimatvereins auf besonders viele Besucher.

Das Gemeindehaus steht dunkel da an diesem kalten Februarabend. Es ist Probenzeit im großen Saal. Der jährliche Besuch einer frühen Probe der Theatergruppe vom Heimatverein ist stets ein vergnügliches Déjà vu. Das Schauspielvolk trottet nach Feierabend in Räuberzivil in den karg bestuhlten Gemeindesaal, man begrüßt sich herzlich, plaudert ein wenig, schnappt sich ein Kaltgetränk. Als solches wird an diesem Abend zunächst roséfarbener Sekt serviert: Barbara Hamann feiert Geburtstag und wird von allen Seiten beglückwünscht und geknuddelt. Doch dann ist Schluss mit lustig: Regisseur Manfred Thiele ruft zum Stelldichein auf der fast leeren Bühne. Dort stehen einige Stühle und ein kleiner Tisch – ansonsten zeigen nur ein paar Markierungen den Schauspielern mögliche Laufwege. Den Rest des Bühnenschmucks müssen sich alle dazudenken. Seite 12 im Textbuch wird aufgeschlagen. In den nächsten 30 Minuten sind fast alle mit einem kurzen oder längeren Auftritt dran. Die beiden Svens – Mamero & Peters – spielen die Tippelbrüder Hans und Wilhelm, die sich als Knechte im Mühlenbetrieb von Stoffer Gröön (Norbert Bendfeldt) bewerben. Flotter Auftritt von rechts. Magd Lena (Jule Czupras) begrüßt und beäugt die beiden interessiert. Wer flirtet hier wohl mit wem? „Du bist tranig im Abgang“, dirigiert Sven Mamero augenzwinkernd, um das Bewegungstempo von Jule Czupras szenengerecht zu optimieren. Es beginnt eine Diskussion der Agierenden, wer wen und wie schnell von der Bühne bugsieren muss. Auftritt Müllersfrau Katrin – aber Barbara Hamann verpasst ihren Einsatz, weil sie noch schnell in der Gemeindehaus-Küche die Gläser abspült. Also kurze Pause. Regisseur Thiele rauft sich die verbliebenen Haare. Und weiter geht’s. Müllerstochter Marlen (Birgit Vollstädt) betritt die Szenerie. Und auch der Dorfschuster (Frank Gajek) sowie der Wachtmeister Bodo Franke sind gleich zu Beginn mitten drin im komischen Verwirrstück um Verdächtigungen, nächtliche Besucher und andere Heimlichkeiten. Nochmal kurze Pause: Es folgt eine direktive Lagebesprechung. Und der Hinweis, dass der HSV heute Abend noch spielt. Die Zeit drängt. Ja, Proben der Speeldeel sind stets vergnügliche Dejà vus.
Es läuft noch nicht ganz rund und als textsicher dürfen die Mimen des Stückes auch noch nicht bezeichnet werden. Souffleuse Sabine Bergner sitzt aber für Notfälle bereit. Für den amtlichen Hustenanfall des Abends beim Regisseur waren allerdings nicht die Texthänger der Grund, sondern vielmehr eine falsch verschluckte Erdnuss. Und eins ist klar: Die Vorfreude darf steigen auf die neue Spielzeit der Speeldeel. Alle Beteiligten sind mit Leidenschaft und Engagement dabei, geben viel von ihrer persönlichen Freizeit in das plattdeutsche Theaterprojekt. Bald steht dank René Lüben und seinem Team auch das atmosphärisch wirksame Bühnenbild. Maskenbildnerin Peggy Meinecke sortiert schon alle nötigen Utensilien für Haare und Make up. Und Margit Lüben ordnet bereits die Requisiten.
67 Jahre ist die Theatergruppe vom Heimatverein jetzt alt. Vor 50 Jahren stand Manfred Thiele das erste Mal in Klein Borstel auf der Bühne – mittlerweile war er bei 40 der 56 aufgeführten Stücke aktiv dabei. 30 davon betreute er als Regisseur. Dass dieses Stück sein letztes sein wird, erfüllt viele der Beteiligten mit Wehmut. Aber die Entscheidung steht fest und schließlich soll man aufhören, solange man noch mit Spaß bei der Sache ist. Denn eins möchte Manfred Thiele sicher nicht sein: Tranig im Abgang.

Eva Drechsler-Györkös

Canastaspieler gesucht

Immer am ersten Montag im Monat lädt der Heimatverein ab 19 Uhr die Kartenspieler/innen in Klein Borstel zum gemeinsamen Reizen und Zocken. Dann wird im Familienzimmer vom Gemeindehaus ein ordentlicher Skat gekloppt – und eigentlich kann auch Canasta gespielt werden. Die Betonung liegt allerdings auf „eigentlich“, denn seit einiger Zeit fehlen hierfür genügend Mitspieler/innen. Vielleicht findet sich ja der eine oder die andere, um die entstandenen Spielerlücken zu fühlen. Interessenten können sich für weitere Infos gerne bei Arnold Meinecke unter Tel. 5935 37 88 melden.

Auer liest Austen

In den Romanen von Jane Austen spiegeln sich die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit in einzigartiger Klarheit: Eine Frau – ob adlig oder nicht – konnte nur durch Heirat mit einem reichen und weltoffenen Mann eine gewisse Freiheit erlangen. Auch in „Stolz und Vorurteil“ geht es um die Geschicke einer jungen Frau bis zu ihrer Heirat. Zahlreiche Verfilmungen haben den Roman zu Jane Austens wohl populärstem Buch gemacht. Heute ist die Autorin zu einer literarischen Kultfigur geworden. Barbara Auer – bekannte Schauspielerin und Grimme-Preisträgerin – liest ausgewählte Texte und Hanjo Kesting – Germanist, Journalist sowie Autor zahlreicher Publikationen zu Literatur und Musik – kommentiert. Am Sonntag, dem 24. März um 18 Uhr im Torhaus, Wellingsbüttler Weg 75 b. Karten zu 21,- Euro gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Tolle Geschichten am Tornberg oder telefonisch unter 536 12 70.

Plakatwand in Klein Borstel

Die Stellwand vom Heimatverein Klein Borstel steht im Dorfkern – direkt vor Mein Friseur Meinecke an der Stübeheide. Hier lassen sich Veranstaltungen und andere nicht-gewerbliche Informationen veröffentlichen. Allerdings soll hier nicht wahllos angeklebt werden. Wer Interesse hat, den Platz für eine Ankündigung zu nutzen, kann sich wenden an: Jürgen Bergner, Tel.0170 – 930 93 71