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Klein Borstel spielt Zukunftsmusik

Die Hansestadt Hamburg – unendlicher Wohnungsbedarf. Wir schreiben das Jahr 2018. Dies sind die Abenteuer des Stadtteils Klein Borstel, der mit seiner 4000 Menschen starken Bevölkerung fünf Jahre lang zwar keine neuen Galaxien entdeckt, aber neue Wege geht, die wenige zuvor gegangen sind.

Aktuell befindet sich auf dem südlichen Gelände des ehemaligen Anzuchtgartens die Wohnunterkunft „Große Horst“ für rund 450 Geflüchtete. Ab März 2022 soll hier, so will es der ausgehandelte Bürgervertrag für Klein Borstel, ein neues Wohnquartier entstehen – eine städtebauliche Entwicklung, für die das Bebauungsplanverfahren Ohlsdorf 30 die planerischen Voraussetzungen schaffen soll. Das Bezirksamt Hamburg-Nord ging dabei neue Wege: Noch vor Beginn irgendwelcher Planungen sollten die Menschen vor Ort in das Verfahren einbezogen werden. Mit dieser frühzeitigen Einbindung wollte man wichtige Informationen, mögliche Planungsbedarfe, eventuelle Konflikte sowie vor allem Entwicklungsideen und Meinungen abfragen und die Ergebnisse dieser Bürgerbeteiligung in die weiteren Überlegungen für den Bebauungsplan einfließen lassen. Nach verschiedenen Info-Veranstaltungen vor Ort im vergangenen Sommer wurde dann von November 2017 bis Februar 2018 ein kooperatives Werkstattverfahren für alle Interessierten durchgeführt, an dem insgesamt fünf Architektenbüros aus Hamburg und den Niederlanden beteiligt waren. Eine neunköpfige Jury, bestehend aus Fachleuten und Bewohnern aus dem Stadtteil, hatte die Aufgabe, am Ende einen Siegerentwurf zu küren. Einstimmiger Gewinner war das Büro Renner Hainke Wirth Zirn Architekten aus Hamburg.

Insgesamt drei öffentliche Treffen waren im Rahmen des Werkstattverfahrens angesetzt. Darüber hinaus konnten sich alle Interessierten im Vorfeld und während des gesamten Verfahrens über die Internetseite des Bezirks informieren und ihre Meinung einbringen. Beim ersten Treffen stellten sich die beteiligten Architekturbüros vor, präsentierten erste städtebauliche Konzepte und gingen dann in eine Diskussionsrunde mit den anwesenden Klein Borstelern, um sich Ideen, Kritik, Änderungswünsche und mehr anzuhören. Bis zum Zwischenkolloquium und der Preisgerichtssitzung der 1. Phase Mitte Dezember hatten die stadtplanenden Experten nun Zeit, alles Gehörte und die eigenen Vorstellungen in ihr jeweiliges Projekt einfließen zu lassen. Eine Präsentationsrunde mit anschließender Diskussion und einem Juryvotum reduzierte das Teilnehmerfeld auf drei verbleibende Büros. Am 20. Februar fand das Finale des Verfahrens statt. Noch einmal hatten die Architekturbüros die Möglichkeit, ihre überarbeiteten Vorschläge zu präsentieren. Nun steht der Sieger fest und damit geht es in die Erstellung eines Funktions- und dann eines Bebauungsplanes für das neue Wohngebiet.
Stefan Wirth, einer der beteiligten Architekten von Renner Hainke Wirth Zirn Architekten aus dem Siegerteam berichtet: „ Wir hatten den Eindruck, dass der Bezirk sehr bemüht war, eine optimale Lösung für den Ort und die Anwohner zu finden. Das Gute bei einem solchen Werkstattverfahren ist, dass die Bürger mitgenommen und in die Konzeptfindung mit eingebunden werden. Das war für alle Beteiligten ein schwieriges Unterfangen, da man nicht allen Interessen gerecht werden kann ist. Unser Ziel war ein Mitdenken auch hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen im Stadtteil. Kinder werden größer und ziehen aus, Ehepaare können sich trennen, Menschen werden älter. Wir wollen mit unserem Entwurf ein lebendiges, durchmischtes Stadtquartier entwickeln, in dem jede Generation seinen Platz findet und nicht nur geschlafen sondern auch gelebt wird. Dazu gehört auch ein kleines Gebäude zwischen dem bestehenden Quartier und der Neubebauung, das wir als Co-Working-Space realisieren möchten. Man hätte an diesem Ort auch noch mehr Wohnungen unterbringen können. Viele Anwohner hatten aber die Sorge vor einer zu großen Dichte, und so haben wir ein harmonisches Quartier entwickelt, dass zwischen der Dichte der Bebauung in Klein Borstel und der Neubaubebauung in der Kleinen Horst vermittelt.“

Entstehen wird das neue Wohnquartier im so genannten Drittelmix – auch dieses schreibt der Bürgervertrag vor – sodass neben Häusern, Eigentumswohnungen und freifinanzierten Wohnungen zur Miete auch mindestens 30 Prozent öffentlich geförderte Mietwohnungen entstehen. Renner Hainke Wirth Zirn Architekten werden in den nächsten Monaten den so genannten „Funktionsplan“ erstellen – den Vorläufer des Bebauungsplans. Höhen, Gebäudeabmessungen, Nutzungen etc. sind darin festgehalten. „Danach ist unser Part wahrscheinlich erstmal erfüllt. Dann entscheidet die Stadt, inwieweit Ausschreibungen zu der Vergabe der Grundstücke gemacht werden und wie die Bebauung realisiert wird“, so Stefan Wirth, dessen Architekturbüro erst im Herbst mit dem 1. Preis der Hamburger WohnbauPreises 2017 für das Pestalozzi Quartier mitten in St. Pauli ausgezeichnet wurde.
Der Siegerentwurf sieht rund 100 neue Wohneinheiten vor, die sich auf eine ganze Bandbreite von unterschiedlichen Größen verteilen: Da sind 30 so genannte „Stadthäuser mit 4 bis 6 Zimmern und Privatgarten für Familien, 13 Hofhäuser entlang des Erna-Stahl-Rings, in L-Form gebaut, 33 Geschosswohnungen mit 2 bis 3 Zimmern und 25 kleinere Wohnungen für Senioren. Zusätzlich soll in dem Gelenk zwischen Erna-Stahl-Ring, Sodenkamp und Vor dem Berge ein multifunktionales Gebäude als Reminiszenz an die Gewächshausarchitektur der vergangen Jahre entstehen. Das können Büros ebenso wie Gemeinschaftsflächen mit Küche oder eine im Bedarfsfall nötige Kita beherbergen – doch das ist noch Zukunftsmusik. Bereits für diesen April ist eine weitere Beteiligung der Öffentlichkeit und für September eine erste Ausarbeitung des B-Planes vorgesehen.

Text: Eva Drechsler-Györkös, Grafiken: Renner Hainke Wirth Zirn Architekten

Vulingoma

Am Mittwoch, dem 25.April ist um 19.30 Uhr der Chor Vulingoma aus dem Entwicklungsprojekt Vulamasango in Südafrika in der Albert-Schweitzer-Schule zu erleben.Es wartet ein spannendes und unterhaltsames Konzert in der Aula am Schluchtweg/Ecke Stübeheide. „Vulingoma“ – ein Ausdruck aus der Sprache der Bewohner Kapstadts – bedeutet „ein neues Lied anstimmen“. Genau dies ist es, was die Jugendlichen aus dem Entwicklungsprojekt im Armenviertel in Kapstadt tun. Verarmt, verwaist, missbraucht, und vernachlässigt, kämpfen sie für eine gerechtere Welt in der sie geliebt und geschätzt werden, in der sie als stolze und würdevolle Menschen aufwachsen, in der sie Bildung erhalten und einer hoffnungsvolleren Zukunft entgegen blicken dürfen. Das Projekt Vulamasango gibt ihnen wieder diese Hoffnung und einen Ort der Zuflucht. Die Arbeit mit dem Jugendchor Vulingoma lässt die Kinder und Jugendlichen von Vulamasango ein neues Lied für ihr eigenes Leben anstimmen.

Canastaspieler gesucht

Immer am ersten Montag im Monat lädt der Heimatverein ab 19 Uhr die Kartenspieler/innen in Klein Borstel zum gemeinsamen Reizen und Zocken. Dann wird im Familienzimmer vom Gemeindehaus ein ordentlicher Skat gekloppt – und eigentlich kann auch Canasta gespielt werden. Die Betonung liegt allerdings auf „eigentlich“, denn seit einiger Zeit fehlen hierfür genügend Mitspieler/innen. Vielleicht findet sich ja der eine oder die andere, um die entstandenen Spielerlücken zu fühlen. Interessenten können sich für weitere Infos gerne bei Arnold Meinecke unter Tel. 5935 37 88 melden.

Meister der Galgenlieder

Einen alten Schulkartenständer mit einem Porträt, Stuhl, Tisch und ein altes Grammophon – mehr braucht der Schauspieler Sebastian Dunkelberg nicht, um wortgewaltig und lebhaft durch die erstaunliche Poesie von Christian Morgenstern (1871-1914) zu führen.
Ob Liebesthemen oder Gesellschaftskritik, philosophisch ernsthaft oder sprachverspielt und albern – Morgenstern hat für Vieles unvergängliche Verse und Figuren erschaffen. So treffen wir auf Palmström und Korff oder auf Palma Kunkel sowie vielgestaltige Tier- und Fabelwesen.
Sebastian Dunkelberg beherrscht die Tonlagen alle: Laut und leise, mal böse und
mal sanft und zärtlich. Und am Ende spielt noch ein altes Grammophon eine Sonderrolle, sofern es (technisch) mitspielt. Der literarische Abend findet statt am Dienstag, dem 27. April um 19.30 Uhr in der Kulturkapelle 6. Der Eintritt ist frei, Spenden gern gesehen.

Plakatwand in Klein Borstel

Die Stellwand vom Heimatverein Klein Borstel steht im Dorfkern – direkt vor Mein Friseur Meinecke an der Stübeheide. Hier lassen sich Veranstaltungen und andere nicht-gewerbliche Informationen veröffentlichen. Allerdings soll hier nicht wahllos angeklebt werden. Wer Interesse hat, den Platz für eine Ankündigung zu nutzen, kann sich wenden an: Jürgen Bergner, Tel.0170 – 930 93 71